Sonntag, 7. April 2013

3 Must Reads für Drehbuchschreiber (mit Links)

Hier meine Top 3 der Must-Reads fürs Drehbuchschreiben. Es sind Bücher, die ich selbst für die Veranstaltungen verwende und ich empfehle jedem vor dem Schreiben einfach diese Bücher zu überfliegen. Man muss sich nicht an alle Tipps halten, manches ist vielleicht zu Hollywood oder passt einfach nicht zum eigenen kreativen Prozess. Dennoch kann man viel über das Schreiben lernen wenn man sich damit beschäftigt wie es andere machen und welche Strukturformeln es für das Drehbuchschreiben gibt.

1. Syd Field - The Screenwriter's Workbook

Syd Field stellt darin Schritt für Schritt einen Arbeitsprozess dar mit dem sich ein Drehbuch entwickeln lässt. Wie bereits erwähnt: auf den eigenen kreativen Prozess hören und ruhig Schritte umdrehen oder an andere Stellen im Prozess packen. Grundsätzlich ist dieses Standardwerk aber ausgesprochen nützlich, da Herr Field selbst Film unterrichtet ist es didaktisch auch sehr gut aufbereitet.

Hier online lesen (aber ruhig auch kaufen...)




2. Christopher Vogler - The Writer's Journey

Auch eine Art Handbuch für das Drehbuchschreiben. Besonders gut sind die Kapitel über Figurenentwicklung. Vogler kommt aus der Disney Ecke und bekanntermaßen wissen die ja welche Knöpfe sie bei uns drücken müssen. In diesem Buch sind die Heldenreise und die Archetypen sehr konkret beschrieben und anhand von Filmbeispielen verdeutlicht.





3. Robert McKee - Story

Robert McKee beschäftigt sich in Story mit dem Schreiben einer guten Geschichte. Es geht um Konflikteben, um Genrefragen und die richtige Struktur für ein mitreissende Geschichte. Ich mag seinen Standpunkt zum Thema Storytelling, Lieblingszitat aus den Vorbemerkungen: Your work needn't be modelled after the "well made" play, rather, it must well made within the principles that shape our art."


Montag, 1. April 2013

Kurzfilm der Woche

Der Kurzfilm der Woche ist von Hans Weingartner und stammt aus der Sammlung Deutschland 09. Mein persönlicher Favorit aus der Sammlung.




Sonntag, 31. März 2013

Kurzfilm "Schwarzfahrer" // Konfliktebenen nach C. Vogler

In vorherigen Handout habe ich die Konfliktebenen nach C. Vogler kurz angerissen. Dazu mache ich normalerweise eine Analyseübung am Beispiel eines Kurzfilms oder einer Szene. Am Ende der Handouts befindet sich normalerweise eine Liste mit nützlichen Beispielfilmen.
Die Fragestellung zum Thema Konfliktebenen ist entsprechend simpel: Welche Konflikte sind zu erkennen, auf welchen Konfliktebenen laufen sie ab?

Der Kurzfilm "Schwarzfahrer" eignet sich dazu sehr gut und ist ausserdem ein ausgesprochen guter Film. Vorab noch einmal die Grafik zu den Konfliktebenen nach Christoph Vogler:

 

Und hier der Link zum Film: 


 

Eine mögliche Lösung: 

Zunächst stellt sich die Frage: Wer ist der Protagonist in diesem Film? Genau genommen ist es die ältere Dame. Wir erfahren etwas über ihre Emotionen und was sie will. Ein sehr gutes Beispiel dafür, dass ein Protagonist nicht zwangsläufig sympathisch oder gut sein muss. Wir erfahren genug über die Dame um am Ende das Films Genugtuung zu empfinden, wenn der "Schwarzfahrer" den Fahrschein isst. Die Lösung ist also ein befriedigendes Ende, auch wenn es für die Protagonistin nicht gut ausgeht.

Innere Konfliktebene: emotionale Haltung zum Thema Einwanderer // Betroffenheit vom Thema
Persönliche Konfliktebene: hier nur im weitesten Sinne vorhanden. Wenn dann: ältere Dame - Schwarzfahrer
Ausserpersönliche Konfliktebene: ältere Dame - Institution, Kontrolleur


Freitag, 29. März 2013

Handout Figurenentwicklung // Archetypen // Heldenreise

Eine gute Geschichte lebt von guten Figuren. Auch hierzu gibt es interessante Modelle nach denen man sich richten kann. Hier mein Handout zum Thema Figurenentwicklung.


Der Protagonist


  • Ein Protagonist ist ein Charakter der Etwas will.
  • Der Protagonist hat ein bewusstes Ziel / Wunsch
  • Der Protagonist hat unter Umständen ein unterbewusstes in sich widersprüchliches Verlangen / einen Wunsch.
  • Der Protagonist hat die Kapazitäten seinem Wunsch / Ziel / Objekt der Begierde nachzugehen.
  • Der Protagonist muss mindestens die Chance haben sein Ziel zu erreichen.





Konfliktebenen






Charakter und Charakterisierung




Archetypen und die Reise des Helden (C. Vogler)

Archetypen


  • Held
  • Mentor
  • Schwellenhüter
  • Schatten
  • Herold
  • Gestaltwandler
  • Trickser


Reise des Helden

1. gewohnte Welt
2. Ruf des Abenteuers
3. Weigerung
4. Begegnung mit Mentor
5. Überschreiten der ersten Schwelle
6. Bewährungsproben, Verbündete, Feinde
7. Vordringen zur tiefsten Höhle
8. Entscheidende Prüfung
9. Belohnung
10. Rückweg
11.Auferstehung
12.Rückkehr mit dem Elixier



Filme:
"Jacob's Ladder", Adrian Lyne, 1990
“Schwarzfahrer”, Pepe Danquart, 1992
“Memento”, Christopher Nolan, 2000
“Jackie Brown”, Q. Tarantino, 1997
“How I Met Your Mother”, Season 1, Episode 1, Carter Bays, 200


Literatur:

„Story“, Robert McKee, Alexander Verlag Berlin
“Die Odysse des Drehbuchschreibers”, C. Vogler, (http://www.scribd.com/doc/77954617/The-Writers-Journey-Christopher-Vogler)
Selling a Screenplay: The Screenwriter's Guide to Hollywood, Syd Field, 2009
Drehbuch-Handwerk, David Howard, Edward Mabley, 1996
Handbuch der Filmdramaturgie: Das Bauchgefühl und seine Ursachen, Kerstin Stutterheim, Silke Kaiser, 2009
Story, Robert McKee, Alexander Verlag Berlin

Donnerstag, 28. März 2013

Value und Event nach Robert McKee // Figurenentwicklung für Spielfilme

Wie bereits im Handout Dramaturgie kurz angerissen unterscheidet Robert McKee unter zwei Ereignissen die einer Figur zustoßen können bzw. zwischen zwei Elementen einer Geschichte. Beide können auf den gleichen Zeitpunkt fallen, haben aber ein unterschiedliches Ergebnis.

Hier nochmal was McKee in "Story" dazu schreibt:



Den kompletten Text kann man übrigens bei scribd.com nachlesen.(Link) 

Ich habe nun nach einem guten Beispiel gesucht um den Unterschied zwischen Event und Value zu verdeutlichen. Das ganze lässt sich sehr gut am Beispiel "The Matrix" (1999) erklären. Neo trifft zum ersten Mal auf Morpheus und wird vor die Entscheidung gestellt rote oder blaue Pille.

“The Matrix”, Wachowski Geschwister, 1999
Event: Neo trifft auf Morpheus und nimmt eine Pille.
Value: Je nach dem welche Entscheidung er trifft wird die Pille sein Leben dramatisch verändern. So geschieht es ja dann auch letztendlich, nachdem sich Neo dazu entschieden hat die rote Pille zu nehmen.
Der Unterschied liegt also grundsätzlich in der Bedeutung des Ereignisses für die Figur. Um eine gute Geschichte zu schreiben, ist es notwending Ereignisse zu inszenieren, die für die weitere Entwicklung der Figur von Wert sind und die Geschichte voran bringen.

Mittwoch, 27. März 2013

Handout Dramaturgie

Hier ein Handout, das ich für die Einführung Dramaturgie verwende. Ich suche noch nach einer sinnvollen Lösung, die Handouts auch zum Download bereit zu stellen. Auf dem Handout befinden sich natürlich Stichpunkte, aber ich glaube es bietet einen guten Überblick darüber welche Punkte für die ersten Gedanken über Dramaturgie und Storytelling wichtig sind.




5-Akt Schema


  1. Exposition
  2. Steigerung
  3. Höhepunkt (Umkehr der Glücksumstände des Helden)
  4. Retardation
  5. Katastrophe

Plotpoints

Verteilung der Plotpoints innerhalb eines Drehbuchs nach Syd Field:

"Ein Plot Point ist ein Vorfall oder ein Ereignis, das in die Geschichte eingreift
und sie in eine andere Richtung lenkt.” (Syd Field, 1979)


Suprise - Suspense - Mystery



Wendepunkte, Entscheidungen, Dilemmata (Robert McKee)


Elemente einer Geschichte



Filme:
“Stuck”, Jamie Babbit, 2001,
1ste Episode aus “New York, I love you”, Fatih Akin, 2009
2te  Episode aus “New York, I love you”, Yvan Attal, 2009
“Die Vögel”, Alfred Hitchcock, 1963
"Jacob's Ladder", Adrian Lyne, 1990
“The Matrix”, Wachowski Geschwister, 1999



Literatur:
Grundkurs Filmanalyse, Werner Faulstich, 2002
The Foundations of Screenwriting, Syd Field, 1979
Drehbuchschreiben für Fernsehen und Film: Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis, Syd Field, 1994
Selling a Screenplay: The Screenwriter's Guide to Hollywood, Syd Field, 2009
Drehbuch-Handwerk, David Howard, Edward Mabley, 1996
Handbuch der Filmdramaturgie: Das Bauchgefühl und seine Ursachen, Kerstin Stutterheim, Silke Kaiser, 2009
Story, Robert McKee, Alexander Verlag Berlin




Montag, 25. März 2013

Mein Homie Aristoteles // Was ist das 5-Akt Schema?

Eines der ältesten Muster für dramatisches Erzählen ist das 5-Akt Schema. Jeder sollte das Konzept eigentlich noch aus dem Deutschunterricht kennen. Es lässt sich nicht nur auf Theaterstücke, sondern eben auch auf Film anwenden. Das Regeldrama besteht aus folgenden 5 Akten:

  1. Exposition
  2. Steigerung / Erregendes Moment
  3. Höhepunkt / Klimax
  4. Retardation
  5. Katastrophe (im Film natürlich auch ein Happy End)

Warum dieses Muster immer noch funktioniert:
Konventionen! Wie erzählt wird, was uns emotional berührt, was wir spannend finden hat viel mit Sozialisation und Konventionen zu tun. Wir haben eine gewisse Erwartungshaltung an Film und daran wie eine Geschichte erzählt sein muss. Wer dieses Muster kennt, kann die Aufmerksamkeit der Zuschauer steuern und unter Umständen auch die Muster brechen.

Die Weiterentwicklung des Regeldramas ist das 3 Akt Schema nach Syd Field, dazu bald ein weiterer Post.

Das 5-Akt Schema:

Quelle: Wikipedia, Regeldrama nach Gustav Freytag, http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Regeldrama_Aristoteles.jpg